Gelbwangen- (Gelbbauch-)-Schmuckschildkröte
Trachemys scripta scripta, Schoepf 1792

Achtung - Änderung der gesetzlichen Bestimmungen

Die neue Alien-Liste ist da!
Bereits zum 1. Januar 2015 trat eine Verordnung der Europäischen Union Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten in Kraft. Verordnung
Ziel dieser Verordnung ist es, dass invasiv eingeführte Arten nicht mehr in der Europäischen Union weiter verbreitet werden dürfen. Bislang lag eine entsprechende Liste betroffener Tier- und Pflanzenarten nicht vor, so dass die Verordnung keine Auswirkungen für uns Tierhalter hatte.
Dies hat sich nunmehr geändert! Mit Folgen für die Halter von Schmuckschildkröten (Buchstabenschildkröten)!
Diese Liste liegt vor und ist ab 01.08.2016 in der Europäischen Union bindend.
Insgesamt umfasst die Liste derzeit 37 Pflanzen- und Tierarten.
Liste der Arten
Gelistet wurden neben div. anderen Tierarten allerdings die Schmuckschildkrötenarten (lat. Trachemys scripta)
Gemäß Artikel 7 der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 sind somit ab dem 1. August 2016 die Anschaffung, Haltung, Vermehrung und Weitergabe von Schmuckschildkröten verboten!
Für Halter von Schmuckschildkröten ergeben sich hierdurch erhebliche Konsequenzen.
Gemäß Artikel 31 der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 gilt für im Privatbesitz gehaltenen Schmuckschildkröten, dass die Tiere, die vor dem 01.08.2016 im Besitz waren, bis zu ihrem Lebensende weiter gepflegt werden dürfen, wenn der Halter versichert, dass er mit den Tieren nicht züchtet und dass die Tiere ausbruchssicher untergebracht sind.
Eine Verpflichtung zur Meldung dieser Tiere bei der zuständigen Behörde besteht noch nicht, diese könnte noch kommen.
Allerdings empfiehlt es sich bereits jetzt, dass jeder Halter von Schmuckschildkröten, der seine Tiere weiterhin pflegen möchte, diese vorsorglich bis zum 31.07.2016 bei seinem zuständigen Amt meldet. So kann er auf jeden Fall nachweisen, dass die Tiere bereits vor dem 01.08.2016 angeschafft wurden.
Ab diesem Tag ist es auch nicht mehr möglich, eine Schmuckschildkröte zu vermitteln. Schmuckschildkröten müssen in Einrichtungen gem. Artikel 8 der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 untergebracht werden. Ob dies Tierheime und Auffangstationen sein werden, und was dann mit diesen Tieren passieren wird, muss man abwarten. Im Zweifel empfiehlt es sich, sich an die zuständige Meldebehörde zu wenden.
Der Privathalter (auch der privat engagierte Tierschützer mit einer Notaufnahmestelle für Wasserschildkröten) darf ab dem 01.08.2016 keine neue Schmuckschildkröte, also weder Fundtier, Abgabetier noch gezüchtetes und gekauftes Tier aufnehmen.
Bitte beachtet dies, und informiert ggf. von dieser Neuerung betroffene Schildkrötenhalter!

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet der Gelbwangenschmuckschildkröte reicht von Südostvirginia hinüber in den östlichen Teil von Nord-Carolina.
Zudem sind die Tiere in Süd Carolina beheimatet, wo sich das Verbreitungsgebiet nach West- Georgia und Nord- Florida erstreckt.
In den Gebieten, in denen sich das Verbreitungsgebiet mit der Rotwangenschmuckschildkröte - Trachemys scripta elegans und der Cumberlandschmuckschildkröte - Trachemys scripta troosti überschneidet sind Mischlinge aus beiden Unterarten bekannt.

Panzerlänge

bis maximal 25 cm, Weibliche Tiere werden größer als männliche. Die Inselpopulationen werden meist kleiner.

Merkmale

An den Seiten des Kopfes hat diese Unterart einen auffälligen gelben Fleck auf der grünen bis olivfarbenen Haut.
Der ovale grünliche bis bräunliche Rückenpanzer (Carapax) mit flachem Kiel hat einen breiten gelben Streifen auf jedem Pleuralschild.
Der Bauchpanzer (Plastron) ist gelb. In einigen Fällen kommen dort Muster nur auf den vordersten Schilden vor.

Haltung

Wassertemperaturen um 25 ° C und etwas höhere Lufttemperaturen im Sommer sind ideal. Im Winter können sie in klimabegünstigten Zonen Deutschlands (Weinstr. oder Bergstraße) im Freien gehalten werden. Genügend Schwimmraum und ein Landteil zum Sonnenbaden für die lebhaften Tiere sind angebracht. Der Teich sollte trotzdem an seiner tiefsten Stelle 1,20 m aufweisen, dann rampenartig nach oben weiterführen, da ansonsten die Tiere nach dem Winterschlaf nicht nach oben kommen und ertrinken können. Emys orbicularis frißt im wesentlichen tierische Kost, wie Schnecken, Würmer,Kleinfische und sonstiges Kleingetier. Auch das übliche Trockenfutter, wie Pellets, wird problemlos angenommen. Pflanzliche Kost spielt kaum eine Rolle.

Verbreitungsverbot, eingeschränktes Haltungsverbot

Weiterführende Links