Juvenile Stigmochelys pardalis pardalis

Juvenile Stigmochelys pardalis babcocki

Pantherschildkröte

(Stigmochelys pardalis  v.babcocki u. pardalis

Verbreitung

pardalis pardalis: Kap der Guten Hoffnung, Westliche Kap-Provinz, Südafrika

pardalis babcocki: Ostafrika, südlich der Sahara bis in die Kap-Provinz, Mount Debasien, Karamoja,(Uganda), Osten und Süden des Sudans, Äthiopien, Djibouti, Somalia, Kenia, Tansania, Sambia, Malawi.
Die aktuelle Verwendung der Gattungsbezeichnung Stigmochelys für die ehemals unter Geochelone geführten Pantherschildkröte ist auf Untersuchungen von Bour begründet, der 2004 noch einmal eine aktuelle Zusammenfassung seiner Ergebnisse publizierte.

Panzerlänge

bis maximal 70 cm, Weibliche Tiere werden größer als männliche. (Ausnahme Nominatform pardalis) Die meisten Tiere bleiben aber wesentlich kleiner (35 - 45 cm) bei einem Gewicht von ca. 15 kg.

Unterscheidung

Die Nominatform (St.p.pardalis) hat einen relativ niedrigeren, oben eher abgeflachten Carapax- panzer als St.p.babcocki. Das Verhältnis Panzerlänge zu Panzerhöhe liegt zwischen 2,02 und 2,62 bei der Nominatform, bei babcocki zwischen 1,61 und 2,07. Jungtiere der Nominatform besitzen in der Mitte der Wirbel- und Rippenschilder zwei unregelmäßig geformte schwarze Punkte, während babcocki dort meist keinen oder nur einen einzelnen Fleck besitzt. Bei meinem Tier der Nominat- form ist auch der Carapax wesentlich dunkler.

Merkmale

St.. pardalis gehört zu den großwüchsigen Landschildkröten. Sie ist nach der Geochelone sulcata (Centrochelys)die zweitgrößte Landschildkröte des afrikanischen Festlandes. G. pardalis besitzt einen stark gewölbten Rückenpanzer mit steil abfallenden Seiten. Die Wirbelschilder sind manchmal kegelförmig erhöht. Dies kommt sowohl in der Natur als auch bei in menschlicher Pflege aufgezogenen Tieren vor. Bei Schlüpflingen ist der Rückenpanzer rundlich, relativ flach und an den hinteren Rändern gesägt. Auf jeder Seite sind meist vier bis fünf Rippen- und elf Randschilde vorhanden. Sie haben ein ungeteiltes, meist nah unten gebogenes Schwanzschild.

Haltung

Stigmochelys pardalis ist eine groß werdende und sehr bewegungsfreudige Schildkröte.
Temperaturen um 30 ° C - 40 ° C und etwas höhere Lufttemperaturen im Sommer sind ideal. Im Sommer können sie in klimabegünstigten Zonen Deutschlands (Weinstr. oder Bergstraße) von Mitte Mai bis Mitte September im Freien gehalten werden. &xnbsp;Es sollten aber Rückzugsmöglichkeiten in Form eines Gewächshauses (im günstigsten Fall) oder eines entsprechend großen Frühbeetkastens geschaffen werden, wohin sie sich bei sehr großer Sonneneinstrahlung bzw. bei schlechten Wetterperioden zurückziehen werden. Das Frühbeet bzw. Gewächshaus sollten mit automatischen Lüfter wegen evtl. Über- hitzungsgefahr ausgestattet sein.
Als Ernährung dient den Schildkröten auch hier wie bei den Testudos vegetative Nah- rung, wie Gräser, Heupellets, Wildkräuter und Heilpflanzen. Sepiaschalen und/oder Corvimin als Ergänzung darf nicht vergessen werden wegen Kalkaufbau und Vitamin D-Zufuhr. Eine Wasserschale sollte hier aber nur ein-zweimal wöchentlich zur Verfügung gestellt werden, da hauptsächlich juvenile Tiere oft zuviel trinken und sich damit regelrecht ersaufen, wie mir das schon einmal bei einer Pantherschildkröte passiert ist. Das äußerst sich ziemlich schnell durch zu feuchten, breiigem Kot. Deshalb werden die Jungtiere bei mir nur ca. alle 3 Tage kurz gebadet, mit etwas Kalzium versehen (Nekton-Rep®), das wasserlöslich ist.
Bei Haltung im Innenterrarium (Trocken- oder Wüstenterrarium) ist unbedingt auf genügend Lichtquellen zu achten, z.B. Mischlichtreflektoren von Philips 160 Watt, angebracht in einer Höhe von 40 cm oder HQL- bzw. HQI-Lampen sollten vorhanden sein. Empfohlen wird auch die Osram- Vitalux-Lampe (300 Watt), die allerdings täglich höchstens 15 Minuten brennen sollte (die Tiere könnten ansonsten Verbrennnungen am Körper erleiden. Eine Eingewöhnungszeit hierbei ist zu beachten. Bei zu trockener Haltung kann die Pantherschildkröte Schnupfen bekommen; erstrebenswert sind ca. 40 - 60 % Luftfeuchte.
Viele Pantherschildkrötenhalter nehmen täglich abends ihre Tiere aus dem Außengehege ins Haus und setzen sie morgens wieder nach draußen. Dies ist in unseren Breiten völlig unnötig und bedeutet nur Streß für die Tiere. Das mag am Anfang noch gut gehen, später bekommen die Tiere aber Probleme mit der Darmflora, bis sie schließlich die Nahrungsaufnahme ganz einstellen. Die Tiere sind sehr territorialgebunden, alles andere ist purer Streß. Sollte es manchmal bei naßkalter Witterung eine Wärmezufuhr notwendig sein, so kann man sich z.B. mittels "Elstein"-Infrarotlampe behelfen. In sehr kalten Gebieten von Deutschland (Hochlagen der Mittelgebirgen) läßt man die Tiere lieber ganz im Haus, als jeden Tag 'rein- und 'rauszutragen. Ende September bis Mitte Oktober gewöhnlich nimmt man die Tiere sowieso wieder ins Haus.
Arten aus dem mittleren und nördlichen Afrika unternehmen in den Monaten Dezember/Januar eine Art "Winterruhe". In diesen Monaten leben die Tiere sehr zurückgezogen und fressen nur gelegentlich. Ihre Aktivität ist sehr eingeschränkt. Arte aus den südlichen Regionen Afrikas halten meist keine Winterruhe.

Schutzstatus

Washingtoner Artenschutzabkommen II, Artenschutzverordnung B(nur Meldepflicht, keine Cites-Bescheinigung).